Großes Interesse: Schweriner SPD beleuchtet Situation in Syrien
Am vergangenen Dienstag diskutierte die Schweriner SPD mit ihrem Mitglied Asem Alsayjare, der 2015 selbst aus Syrien flüchtete, über die aktuelle Situation in seinem Heimatland.
Mit dem Sturz von Baschar Hafiz al-Assad im Jahr 2024 endete in Syrien ein brutales Kapitel, das 2011 mit der Revolution begonnen hatte und Hunderttausende Menschenleben kostete. Doch auch nach dem Ende der Kämpfe kommt das Land nicht zur Ruhe.
Unser Mitglied Asem Alsayjare floh 2015 aus Syrien nach Deutschland und hat sich in Schwerin längst eine neue Heimat aufgebaut. Er gehört zu den Mitgründern des Vereins Miteinander – Ma’an und engagiert sich seit zwei Jahren als Stadtvertreter für die SPD. Die Entwicklungen in Syrien verfolgt er dennoch weiterhin mit großer Aufmerksamkeit.
Im Mai reiste er erstmals seit dem Sturz von Al-Assad wieder in sein Heimatland. Die Reise war für ihn äußerst bewegend. Bei unserem Treffen berichtete er von seinen Eindrücken und zeigte Bilder sowie Videos, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen unmittelbaren Einblick in die aktuelle Situation vor Ort ermöglichten.
Asem Alsayjare beschreibt Syrien als ein kriegsmüdes Land, dessen Menschen sich vor allem nach Frieden, Stabilität und einem normalen Alltag sehnen. Viele wünschen sich nichts mehr, als ihre Familien in Sicherheit zu wissen, ihre Kinder zur Schule schicken zu können und eine Zukunft ohne Hunger und Angst aufzubauen.
Er sieht das Land vor zahlreichen Herausforderungen. Eine davon ist der Bildungsbereich. Gute Bildung ist ein entscheidender Schlüssel für den Wiederaufbau und die Zukunft des Landes. Derzeit findet Unterricht jedoch vielerorts nur eingeschränkt statt und wird häufig durch privaten Unterricht ersetzt. Darüber hinaus mangelt es an grundlegender Infrastruktur. Selbstverständlichkeiten wie eine verlässliche Wasser- und Stromversorgung sind zwar etwas besser geworden, aber in vielen Regionen noch immer nicht komplett gewährleistet. Auch in anderen Bereichen der Daseinsvorsorge bestehen erhebliche Defizite.
Die mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussionsrunde dankten Asem Alsayjare zum Abschluss für seine persönlichen Einblicke und den offenen Austausch. Die zahlreichen Nachfragen zeigten das große Interesse an der Situation in Syrien. Themen waren unter anderem die Versorgungslage, die Rolle der Frauen, die Entwicklung der Lebensmittelpreise sowie die Einkommenssituation der Bevölkerung.